MeshCore ist ein kleines Funknetz, das ohne Mobilfunk, ohne Internet und ohne Strom aus der Steckdose funktioniert. Handgroße Knoten reichen Nachrichten weiter — von Dach zu Dach, von Hügel zu Hügel. Wir bauen die ersten Repeater auf dem Puig de Randa und suchen Menschen, die einen guten Standort haben.
Der Tag, an dem das Handy nur noch eine Taschenlampe ist.
Am 28. April 2025 war auf dem spanischen Festland und in Portugal stundenlang der Strom weg. Sendemasten liefen auf Notstrom, dann gar nicht mehr. Die Balearen hat es diesmal nicht erwischt — ein Grund zur Entwarnung ist das nicht.
01
Stromausfall
Ein Sendemast hält je nach Standort ein paar Stunden auf Batterie durch. Danach ist Funkstille — auch wenn dein Handy noch 80 % Akku hat.
02
Sturm & Feuer
Gota Fría, Waldbrand, umgestürzter Mast: Auf der Insel reicht ein beschädigter Knotenpunkt, um eine ganze Gegend abzuhängen.
03
Überlast
Wenn alle gleichzeitig telefonieren, ist das Netz dicht, lange bevor es ausfällt. Genau dann, wenn man sich abstimmen müsste.
MeshCore ersetzt keinen Notruf. Es sorgt dafür, dass Nachbarn, Familie und Helfer einander erreichen, wenn sonst nichts mehr geht.
Was MeshCore ist
Ein Netz ganz ohne Netzbetreiber.
MeshCore ist eine freie, offene Software für kleine Funkgeräte. Jedes Gerät ist Empfänger und Weiterleiter zugleich. Es gibt keine Zentrale, keinen Vertrag und niemanden, der abschalten kann.
Links das Mobilfunknetz: alles hängt am Mast. Rechts das Mesh: fällt ein Knoten aus, nimmt die Nachricht den Umweg.
Dein Handy bleibt dein Handy
Der Funkknoten verbindet sich per Bluetooth mit einer App. Tippen wie beim Chatten — nur läuft die Nachricht über Funk statt über das Mobilfunknetz.
Verschlüsselt von Ende zu Ende
Direktnachrichten kann nur der Empfänger lesen. Repeater reichen sie weiter, ohne sie zu öffnen.
Lizenzfrei auf 868 MHz
Der Funkbereich ist in Europa für jedermann freigegeben. Kein Funkzeugnis, keine Anmeldung, keine Gebühr.
Sparsam wie eine Armbanduhr
Ein Knoten braucht so wenig Strom, dass ein kleines Solarpanel ihn dauerhaft betreibt — jahrelang, ohne dass jemand hinaufsteigt.
Der Weg einer Nachricht
Vom Daumen über den Berg und zurück.
Zwischen zwei Handys liegen ein paar Meter Bluetooth und viele Kilometer Funk. Der Repeater in der Höhe ist das Stück, das aus zwei Nachbarn eine halbe Insel macht.
Bluetooth nur die letzten Meter. Die Strecke dazwischen macht der Funk.
01
Tippen
Du schreibst in der MeshCore-App auf dem Handy — offline, ohne jede Datenverbindung.
02
Übergeben
Das Handy schiebt die Nachricht per Bluetooth an deinen Funkknoten, der irgendwo im Haus liegt.
03
Weiterreichen
Der Knoten funkt auf 868 MHz. Jeder Repeater in Reichweite nimmt die Nachricht an und gibt sie weiter.
04
Ankommen
Beim Empfänger derselbe Weg rückwärts — Funk, Bluetooth, Handy. In der Regel in wenigen Sekunden.
Das Vorhaben
Zwei Repeater auf dem Puig de Randa. Vielleicht drei.
Funk braucht Sicht. Der Randa steht mit rund 540 Metern allein in der Ebene von Es Pla — von dort sieht man Palma, Llucmajor, Campos und bis nach Manacor. Ein Gerät dort oben ersetzt ein Dutzend im Tal.
Schematisch: Von rund 540 Metern reicht der Funk über die ganze Ebene. Kein Maßstab, echte Reichweite wird vor Ort gemessen.
1
Repeater 1
Gipfelbereich, nahe Santuari de Cura
39,5278 N · 2,9258 O
Hauptknoten. Größte Reichweite, deckt Palma-Bucht und die Ebene.
2
Repeater 2
Osthang
39,5271 N · 2,9326 O
Fängt die Ostseite ab — Richtung Campos, Felanitx und Manacor.
3
Basis
Finca am Fuß des Randa
Erster fester Knoten, gleichzeitig Test- und Messpunkt für die Reichweite.
Freie Sicht in vier Richtungen
Der Berg ragt aus flachem Land. Genau das, was ein Funkknoten braucht: nichts dazwischen.
Zwei Standorte statt einem
Gipfelbereich und Osthang decken zusammen auch die Seiten ab, die der jeweils andere im Funkschatten hat.
Ein dritter, wenn er etwas bringt
Sobald sichtbar wird, wo Lücken bleiben, kommt ein weiterer Standort dazu — nach Messung, nicht auf Verdacht.
Alle Angaben sind Planungsstand. Standorte werden vor Ort vermessen und selbstverständlich nur mit Einverständnis der Eigentümer und im Rahmen der örtlichen Auflagen errichtet.
So wächst das Netz
Vom Randa aus über die ganze Insel.
Zwei Repeater auf dem Randa sind der Anfang. Jeder weitere Standort mit Aussicht hängt sich an das bestehende Netz und macht es ein Stück größer. So könnte das in fünf Schritten aussehen.
Phase 1 von 5
Pilot am Randa
Zwei Solar-Repeater in Höhenlage am Puig de Randa (Gipfel West, Osthang). Ein Monitoring-Node am Fuß des Berges überwacht das Netz und liefert Telemetrie.
0Repeater
0Funkstrecken
0 %Inselfläche in Reichweite
Repeater (Solarknoten)
Monitoring-Node
Funkstrecke (LoRa)
Abdeckung
Standorte ab Phase 2 sind Planungsvorschläge: Höhenlagen mit freier Sicht, keine Zusagen. Reichweiten sind Erfahrungswerte, keine Messungen.
Ehrlich gesagt
Was das Netz kann — und was nicht.
Ein Funknetz, das im Ernstfall taugen soll, verspricht nichts, was es nicht halten kann. Deshalb hier die Grenzen zuerst.
Kein Ersatz für die 112
Der offizielle Notruf bleibt der Notruf. MeshCore ist für alles daneben: „Bei uns ist alles in Ordnung", „Wasser steht bis zur Straße", „Wir treffen uns am Tor".
Text statt Telefonat
Kurznachrichten und Positionen. Keine Anrufe, keine Bilder, keine Videos — dafür ist die Funkstrecke viel zu schmal.
Reichweite ist keine Zusage
Mit freier Sicht sind Dutzende Kilometer möglich, hinter einem Hügel manchmal keine zwei. Deshalb bauen wir hoch und messen nach.
Sendezeit ist geteilte Zeit
Für 868 MHz gelten Grenzen für Sendeleistung und Sendedauer. Wir richten die Geräte so ein, dass sie eingehalten werden — auch mit Gewinnantenne.
Wir bauen das als Nachbarschaftsprojekt, nicht als Produkt. Es gibt nichts zu abonnieren.
Erfahrungswerte anderer LoRa-Mesh-Projekte, keine eigenen Messungen — unser Netz steht noch nicht. Sobald es steht, messen wir jeden Standort nach.
Mitstreiter gesucht
Hast du einen Punkt mit Aussicht?
Ein Netz wird erst eins, wenn mehrere mitmachen. Gesucht sind Dächer, Hügel, Masten und Fincas in Hanglage — überall dort, wo man weit sehen kann. Am liebsten mit demselben Gerät, das auch ich verbaue: dann ist die Wartung für alle gleich.
Solarpanel, Akku, Funkknoten, Antenne — ein Paket am Mast. Kein Kabel führt hinein.
Was du mitbringst
Höhe und freie Sicht
Dachfirst, Giebel, ein Mast, ein Hügel. Je weniger dazwischensteht, desto besser.
Ein paar Stunden Sonne
Das Gerät versorgt sich selbst über ein kleines Solarpanel. Ein Stromanschluss ist nicht nötig.
Zugang, ein- bis zweimal im Jahr
Mehr Wartung fällt normalerweise nicht an. Wenn doch, kommen wir vorbei.
Das Einverständnis des Eigentümers
Selbstverständlich nur dort, wo es ausdrücklich erlaubt ist.
Was wir übernehmen
Auswahl und Einrichtung
Wir beschaffen, flashen und konfigurieren das Gerät fertig — du schraubst es nur noch fest.
Montage und Ausrichtung
Auf Wunsch kommen wir vorbei, richten die Antenne aus und messen die Verbindung ein.
Betrieb und Pflege
Updates, Netzpflege, Störungssuche. Dein Standort taucht anschließend in der Netzkarte auf.
Nichts, was dich bindet
Kein Vertrag, keine Laufzeit. Willst du das Gerät wieder abbauen, baust du es ab.
Die Technik
Ein Gerät, ein Preis, keine Überraschungen.
Damit das Netz wartbar bleibt, kommt überall dasselbe zum Einsatz. Wer mitmacht, kauft sein Gerät in der Regel selbst — bei besonders wichtigen Standorten reden wir über Kostenteilung.
Repeater
Seeed SenseCAP Solar Node P1-Pro
ca. 119 €
EU868 · nRF52840 · 5 W Solar · 4 × 18650 (13.400 mAh) · GPS · wetterfestes Gehäuse mit Masthalterung
Komplettpaket für den unbetreuten Dauerbetrieb im Freien. Im Ruhezustand rund 8 mA — deshalb reicht die Sonne.
Antenne
Fiberglas-Rundstrahler, 5–6 dBi
ca. 25–35 €
868 MHz · N-Anschluss · Mastschelle
Ersetzt die kurze Stabantenne. Bewusst nicht 9 dBi: die strahlt zu flach und verliert die tiefer liegenden Knoten.
Für dich
Heltec V3 als Begleitknoten
ca. 30–40 €
EU868 · USB-C · Bluetooth zur App
Der kleine Knoten für zuhause oder den Rucksack. Er verbindet dein Handy mit dem Netz — einen eigenen Repeater brauchst du dafür nicht.
Summe pro Repeater-Standort: rund 150 bis 160 Euro, einmalig. Danach keine laufenden Kosten — kein Vertrag, keine SIM, keine Gebühr.
Häufige Fragen
Was die meisten zuerst wissen wollen.
Und wenn deine Frage nicht dabei ist: einfach schreiben.
Brauche ich Internet oder eine SIM-Karte?
Nein. Weder für den Repeater noch für dein Handy. Die App spricht per Bluetooth mit dem Funkknoten, alles Weitere läuft über Funk. Genau das ist der Sinn der Sache.
Ist das legal? Brauche ich eine Lizenz?
Das Netz funkt im 868-MHz-Bereich, der in Europa für Jedermannfunk freigegeben ist. Kein Funkzeugnis, keine Anmeldung. Es gelten Grenzen für Sendeleistung und Sendedauer — die stellen wir bei der Einrichtung korrekt ein.
Wie weit reicht das wirklich?
Zwischen zwei Knoten im Ort oft nur ein halber bis zwei Kilometer, von Dach zu Dach zwei bis fünf. Von einem Repeater in Höhenlage mit freier Sicht deutlich mehr — auf dem Randa rechnen wir mit 15 bis 30 Kilometern in die Ebene. Das sind Erfahrungswerte anderer LoRa-Mesh-Projekte, keine eigenen Messungen: unser Netz steht noch nicht. Feste Zusagen macht man beim Funk ohnehin nicht.
Kann jemand mitlesen?
Direktnachrichten sind Ende zu Ende verschlüsselt; ein Repeater reicht sie weiter, ohne sie zu öffnen. Offene Gruppenkanäle sind, wie der Name sagt, offen — dort schreibt man nichts, was nicht jeder lesen soll.
Was kostet mich das Mitmachen?
Das Gerät, rund 150 Euro einmalig, meist selbst gekauft. Einrichtung, Netzpflege und Updates übernehmen wir. Laufende Kosten gibt es keine.
Was, wenn ich das Gerät wieder loswerden will?
Dann baust du es ab. Es gehört dir, es hängt an keinem Vertrag, und das Netz sucht sich einen anderen Weg. Sag uns nur Bescheid, damit die Karte stimmt.
Ich habe keinen guten Standort — kann ich trotzdem mitmachen?
Ja. Jeder Knoten hilft, auch auf Straßenniveau. Für den Anfang reicht ein kleiner Begleitknoten für 30 bis 40 Euro, um zu sehen, ob überhaupt schon jemand in Reichweite ist.
Netz bauen
Melde dich, wenn du einen Punkt mit Aussicht hast.
Ein Foto vom Standort und die ungefähre Lage genügen für den Anfang. Ich sage dir ehrlich, ob es sich lohnt.