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Das OSI-Modell – Oder: Warum das Internet wie eine Zwiebel ist

Wenn Netzwerk-Profis sich unterhalten, fallen oft Sätze wie: “Das ist bestimmt ein Layer-2-Problem!” oder “Check mal Layer 1.”

Aber was bedeutet das? Das Netzwerk ist in 7 Schichten (Layer) unterteilt. Jede Schicht hat eine ganz spezielle Aufgabe und “spricht” nur mit ihrem direkten Nachbarn.

Stellen Sie sich vor, Sie bestellen ein Paket bei Amazon. Damit das Paket ankommt, müssen viele Abteilungen zusammenarbeiten (Verpackung, Logistik, Fahrer, Straße). Genau so funktioniert das Netzwerk.

Hier sind die 7 Layer – von unten (Kabel) nach oben (Anwendung).


1. Layer 1: Physical Layer (Die Bitübertragungsschicht)

Der Keller des Internets. Hier geht es nur um Strom, Licht und Funkwellen.

  • Für Laien: Das ist das Kabel, das in der Wand steckt, oder die Antenne am Router. Wenn das Kabel durchgeschnitten ist oder der Stecker wackelt, geht gar nichts.

  • Für Profis: Wir reden über Volt-Spannungen, Frequenzen, Kupfer vs. Glasfaser, SFP-Module und Hubs (wer sie noch kennt). Die Einheit hier ist das Bit.

  • Typisches Problem: “Ist das Kabel überhaupt eingesteckt?”

 

2. Layer 2: Data Link Layer (Die Sicherungsschicht)

Die lokale Poststelle. Hier geht es darum, Daten zum direkten Nachbarn zu bringen (z.B. vom Laptop zum Switch).

  • Für Laien: Stellen Sie sich vor, Sie rufen in einem vollen Raum einen Namen. Nur die angesprochene Person reagiert. Hier wohnen die MAC-Adressen (die physische Seriennummer der Netzwerkkarte).

  • Für Profis: Hier regieren Switches, VLANs und das vorhin besprochene STP. Wir verpacken Bits in Frames. Wichtig: Layer 2 versteht kein “Internet”, es versteht nur “lokales Kabelnetz”.

  • Typisches Problem: Loop im Netzwerk (Broadcast Storm) oder falsches VLAN.

 

3. Layer 3: Network Layer (Die Vermittlungsschicht)

Das Navigationssystem. Jetzt verlassen wir das Haus und gehen in die weite Welt.

  • Für Laien: Hier kommen die IP-Adressen ins Spiel (wie Hausnummern). Der Router ist der Chef dieser Schicht. Er entscheidet: “Geht das Paket nach Spanien oder nach Amerika?”

  • Für Profis: Routing-Tabellen, Subnetting, OSPF, BGP und ICMP (Ping). Aus Frames werden Pakete. Router interessieren sich nicht für den Inhalt (ob es ein Bild oder Text ist), sie interessieren sich nur für das Ziel.

  • Typisches Problem: Falsches Gateway oder doppelte IP-Adresse.

 

4. Layer 4: Transport Layer (Die Transportschicht)

Der Logistik-Manager. Er sorgt dafür, dass die Daten richtig ankommen.

  • Für Laien: Wenn Sie ein großes Möbelstück bestellen, kommt es in 5 Paketen. Layer 4 nummeriert sie (“Paket 1 von 5”) und setzt sie am Ende wieder zusammen.

  • Für Profis: Hier entscheidet sich alles zwischen TCP und UDP.

    • TCP: Verlässlich (“Hast du das Paket bekommen? Ja? Gut, hier ist das nächste.”). Wichtig für Webseiten/Mails.

    • UDP: Schnell & dreckig (“Ich werfe die Pakete einfach rüber, fang sie oder lass es!”). Wichtig für Streaming/VoIP, wo ein verlorenes Pixel egal ist, aber Geschwindigkeit zählt.

    • Außerdem: Ports (z.B. Port 80 für Web) leben hier.

  • Typisches Problem: Firewall blockiert einen Port.

 

5., 6. & 7. Die “Upper Layers” (Anwendungsschichten)

In der Praxis (TCP/IP-Modell) werden diese oft zusammengefasst, aber der Vollständigkeit halber:

  • Layer 5 (Session): Der Türsteher. Er baut die Sitzung auf (“Login”) und hält sie stabil.

  • Layer 6 (Presentation): Der Dolmetscher. Er wandelt Nullen und Einsen in Formate um (JPG, MP3, Verschlüsselung wie SSL/TLS).

  • Layer 7 (Application): Das Programm.

    • Für Laien: Das, was Sie auf dem Bildschirm sehen. Der Webbrowser (Chrome), Outlook oder Home Assistant.

    • Für Profis: HTTP, DNS, SMTP, SSH. Hier werden die Daten erzeugt, die dann die Treppe (Layer 6 -> 1) hinuntergeschickt werden.

 


Zusammenfassung für den schnellen Überblick

Layer Name Merkspruch (Englisch) Was passiert hier? Hardware/Protokoll
7 Application All Daten-Eingabe & Ausgabe Browser, HTTP
6 Presentation People Verschlüsselung & Formate JPG, SSL
5 Session Seem Sitzungs-Management NetBIOS, Login
4 Transport To Fehlerfreier Transport TCP, UDP, Ports
3 Network Need Routing (Der Weg zum Ziel) Router, IP
2 Data Link Data Lokale Zustellung (Switching) Switch, MAC
1 Physical Processing Strom & Kabel Kabel, Hub, Repeater
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