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Movistar-Glasfaser verbessern – Warum der “Bridge Modus” oft nervt und wie es besser geht
Wer in Spanien (auch auf Mallorca) Glasfaser von Movistar oder O2 hat, kennt die weiße Standard-Box (das “HGU”). Viele möchten dahinter ihren eigenen, besseren WLAN-Router nutzen (z.B. von Ubiquiti, ASUS oder AVM). Doch oft scheitert das Vorhaben oder läuft instabil.
Hier erklären wir verständlich, warum die einfache Lösung oft nicht klappt und wie man die “weiße Box” komplett loswird.
1. Das Problem mit der “Halben Lösung” (Monopuesto / Bridge Mode)
F: Ich kann den Movistar-Router doch einfach in den “Bridge Modus” (Monopuesto) schalten. Reicht das nicht? Theoretisch ja, in der Praxis macht das aber oft Ärger. Movistar nennt diese Funktion “Monopuesto”, aber es ist technisch gesehen kein echter Bridge-Modus.
Warum das oft schiefgeht:
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Es ist eine Mogelpackung: Auch im Monopuesto-Modus bleibt der Movistar-Router aktiv. Er reicht die Daten nicht 100% transparent durch, sondern mischt sich im Hintergrund oft noch in den Datenverkehr ein (Management-Daten).
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Doppeltes Netz-Chaos: Oft kommt es zu Konflikten beim Aufbau der Internetverbindung (PPPoE-Einwahl). Ihr eigener Router versucht sich einzuwählen, aber der Movistar-Router blockiert oder verwirrt die Anfrage. Das Ergebnis: Verbindungsabbrüche oder gar kein Internet.
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Stromverschwendung: Sie haben zwei Geräte laufen (Movistar-Box + eigener Router), obwohl die Movistar-Box nur noch als “dummer Adapter” dient. Das verbraucht unnötig Platz und Strom.
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Wärme & Abstürze: Die Movistar-Router sind nicht für ihre Langlebigkeit bekannt. Im Sommer auf Mallorca überhitzen sie gerne mal. Wenn das “Modem” abstürzt, hilft Ihnen auch der beste eigene Router dahinter nichts.
Fazit: Der Monopuesto-Modus ist oft eine wackelige Notlösung. Die saubere Lösung ist, die Movistar-Box komplett in den Schrank zu verbannen.
2. Die saubere Lösung: Der SFP-Stick (Glasfaser direkt)
F: Wie werde ich den Movistar-Router komplett los? Indem Sie das Glasfaser-Kabel direkt in Ihren eigenen Router stecken. Dafür brauchen Sie einen speziellen Adapter, einen sogenannten SFP-Stick (technisch “GPON ONT”). Dieser Stick ist kaum größer als ein Feuerzeug und ersetzt die komplette weiße Movistar-Box.
F: Kann ich jeden Stick kaufen und einfach einstecken? Nein, auf gar keinen Fall! Das Movistar-Netz ist gesichert wie ein Hochsicherheitstrakt. Wenn Sie einfach irgendeinen Stick einstecken, erkennt das Netz: “Das ist nicht unser Gerät” und blockiert den Zugang sofort.
Sie brauchen einen speziellen, programmierbaren Stick, der sich “tarnen” kann.
3. Die Alternative: Das externe ONT (Die “kleine Box”)
F: Mein Router hat gar keinen SFP-Steckplatz. Muss ich trotzdem die Movistar-Box behalten? Nein. Wenn Sie einen Router ohne Glasfaser-Einschub nutzen (z.B. eine normale FRITZ!Box, ein Mesh-System wie Eero/Orbi oder einen Gaming-Router von ASUS), ist ein externes ONT die Lösung.
F: Was ist ein externes ONT? Stellen Sie es sich als ein “Mini-Modem” vor. Es ist eine kleine Box (etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel), die nur eine Aufgabe hat: Das Lichtsignal aus der Glasfaser in ein elektrisches Netzwerk-Signal (RJ45) umzuwandeln.
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Der Weg: Glasfaser in die Wanddose -> Glasfaser in das kleine ONT -> Netzwerkkabel -> Ihr eigener Router.
F: Welche Vorteile hat das gegenüber dem Stick? Obwohl es ein extra Gerät ist, schwören viele Experten darauf:
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Keine Hitze-Probleme: SFP-Sticks werden im Betrieb sehr heiß. In schlecht belüfteten Routern kann das zu Abstürzen führen. Ein externes ONT steht frei und kühl.
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Freie Router-Wahl: Sie können jeden WLAN-Router auf dem Markt verwenden, auch solche ohne Profi-Hardware-Einschub.
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Fehlersuche: Durch die LEDs am ONT sieht man sofort, ob die Glasfaser-Leitung steht, ohne sich in den Router einloggen zu müssen.
F: Welches Gerät kaufe ich da? Auch hier gilt: Nicht einfach irgendwas kaufen! Es gibt zwei gängige Wege:
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Der “Retro”-Weg: Man besorgt sich gebraucht (z.B. via Wallapop oder eBay) ein altes, originales Movistar-ONT (z.B. Huawei HG8240H), wie es vor der HGU-Zeit üblich war. Da es Original-Hardware ist, läuft es sehr stabil – man muss aber sicherstellen, dass man die Zugangsdaten (IdONT) darauf eintragen kann.
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Der “Profi”-Weg: Man kauft ein frei konfigurierbares ONT, wie z.B. das Ubiquiti UFiber Loco. Dieses ist sehr beliebt, weil man dort (ähnlich wie beim SFP-Stick) über ein einfaches Menü die Seriennummer und das Passwort ändern kann, um die “Tarnung” perfekt zu machen.
4. Die “Tarnung”: Was man wissen muss
F: Wie funktioniert diese “Tarnung”? Ihr neuer Stick muss dem Movistar-Netz vorgaukeln, er sei die alte weiße Box. Dafür müssen wir zwei Dinge von der alten Box auf den neuen Stick kopieren:
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Den “Ausweis” (Seriennummer/SN): Jeder Router hat eine weltweit einmalige Seriennummer. Diese müssen wir in den Stick programmieren.
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Das “Geheimwort” (PLOAM Passwort / IdONT): Das ist der eigentliche Schlüssel. Ohne dieses Passwort lässt die Vermittlungsstelle keine Daten durch.
F: Wo finde ich dieses Geheimwort? Das ist die einzige Hürde. Das Passwort steht nicht auf dem Aufkleber unter dem Gerät. Man muss sich in das Menü des alten Movistar-Routers einloggen und es dort an einer versteckten Stelle auslesen. Wer das geschafft hat, hat den schwierigsten Teil erledigt.
5. Die Einrichtung am eigenen Router
F: Wenn der Stick programmiert ist, was muss ich an meinem Router einstellen? Ihr eigener Router muss wissen, auf welcher “Frequenz” (VLAN) das Internet ankommt. In Spanien gelten folgende Standard-Werte für Movistar:
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VLAN-ID: 6
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Priorität: 1 (Ganz wichtig! Wenn man die Priorität vergisst, ist der Download oft schnell, aber der Upload extrem langsam).
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Zugangsdaten: Die Benutzerdaten sind bei Movistar für alle gleich (
adslppp@telefonicanetpa/adslppp). Die echte Sicherheit läuft nur über die Hardware-Erkennung (siehe Punkt 3).
F: Geht dann auch mein Festnetz-Telefon noch? Jein. Wenn Sie die Movistar-Box entfernen, funktionieren die Telefonbuchsen daran natürlich nicht mehr.
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Für Profis: Man kann die Telefonie (VoIP) im eigenen Router einrichten, das ist aber sehr kompliziert (andere VLANs).
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Für die Meisten: Wer kaum Festnetz nutzt, verzichtet darauf oder nutzt einfache VoIP-Dienste wie Skype/WhatsApp.