UniFi / Ubiquiti

Was ist UniFi? Apps, Geräte und Kosten erklärt

Was ist UniFi? Apps, Geräte und Kosten erklärt

Das UniFi System von Ubiquiti ist keine einzelne Box, sondern eine Plattform: Auf einer zentralen Konsole laufen mehrere Apps, und jede App kümmert sich um einen Bereich – Netzwerk, Kameras, Türen, Telefonie, Bildschirme und Speicher. Du meldest dich einmal an und verwaltest alles in derselben Oberfläche.

JumpIT plant, installiert und wartet diese Systeme auf Mallorca – vom Apartment bis zur Finca mit mehreren Gebäuden.

Stand: September 2026 (UniFi Network 10.6, Protect 7.2, Access 4.3)

Das Wichtigste in Kürze

AppWofür?Typische HardwareLaufende Kosten
UniFi NetworkInternet, WLAN, Firewall, VPNCloud Gateway, Switches, Access Pointskeine
UniFi ProtectVideoüberwachungKameras, Rekorder bzw. Konsole mit Festplattekeine
UniFi AccessTürzugang per Karte, PIN, HandyAccess Hub, Leser, elektrischer Türöffnerkeine – außer Touch Pass (Handy-Wallet)
UniFi TalkTelefonanlageUniFi-TelefoneTelefonanbieter (SIP)
UniFi ConnectDigital Signage, E-Auto-LadenSignage-Player, EV Stationkeine
UniFi DriveDateiserver (NAS)UNAS-Gerätekeine

Wie hängt das alles zusammen?

Das Herz jedes UniFi-Systems ist eine UniFi-OS-Konsole. Das ist ein Gerät, auf dem die Apps laufen – meist ein Cloud Gateway (z. B. UCG Max oder UCG Fiber) oder eine Dream Machine. Welche Apps eine Konsole schafft, hängt vom Modell ab: Ein kleines Gateway reicht für Network, wer viele Kameras aufzeichnet, braucht Festplattenplatz und oft einen eigenen Rekorder.

Wo der Controller am besten läuft, erklären wir ausführlich im Artikel Cloud Key, Dream Machine oder selbst hosten.

Alle Apps teilen sich Benutzerkonten, Fernzugriff und Benachrichtigungen. Mehrere Standorte – etwa Haus und Ferienwohnung – verwaltest du gemeinsam im Site Manager.

UniFi Network – Internet, WLAN und Sicherheit

UniFi Network ist die Basis. Die App steuert alles, was mit dem Netzwerk zu tun hat:

  • Gateway: verbindet dein Netz mit dem Internet (Glasfaser, Starlink, Mobilfunk als Backup) und ist gleichzeitig Firewall und VPN-Server.
  • Switches: verteilen Kabelanschlüsse und versorgen Kameras und Access Points per PoE mit Strom.
  • Access Points: sorgen für WLAN, drinnen wie draußen, aktuell auch mit WiFi 7. Nahtloses Roaming zwischen den Access Points ist Standard.

Was aktuelle Versionen können

  • Zonenbasierte Firewall: Netze wie Gäste, Kameras oder Smart Home werden in Zonen getrennt, Regeln legst du zwischen den Zonen fest.
  • IDS/IPS: erkennt und blockiert verdächtigen Datenverkehr direkt am Gateway.
  • VPN: WireGuard und OpenVPN für Fernzugriff, Teleport als Ein-Klick-VPN und Site Magic zur Vernetzung mehrerer Standorte. Die richtige MTU erklären wir in WireGuard VPN: MTU richtig einstellen.
  • SafeOps mit Test & Confirm (seit Network 10.5, in 10.6 auch für VPN und Management-Netz): Verliert ein Gerät nach einer Änderung die Verbindung, nimmt UniFi die Änderung automatisch zurück.
  • Time Machine (Network 10.6): zeigt rückwirkend, was mit WLAN-Funkzellen und Switch-Ports in den letzten Stunden los war – praktisch bei Störungen, die nur ab und zu auftreten.
  • Channel AI (Network 10.6): optimiert die WLAN-Kanäle auf Wunsch jede Nacht automatisch.
  • PPPoE mit MTU 1500 (seit Network 10.5): interessant für spanische Glasfaseranschlüsse, sofern der Anbieter mitspielt.

Welche Geräte du davon wirklich brauchst, steht in Welche UniFi-Komponenten brauche ich wirklich?.

UniFi Protect – Videoüberwachung ohne Abo

UniFi Protect ist das Kamerasystem. Die Kameras hängen per PoE am Netzwerk, die Aufnahmen landen lokal auf der Konsole oder einem Rekorder (UNVR bzw. UniFi NVR). Eine Cloud ist nicht nötig, und es gibt keine monatlichen Gebühren für Aufzeichnung oder Erkennung.

Was aktuelle Versionen können

  • KI-Erkennung direkt vor Ort: Personen, Fahrzeuge, Tiere und Geräusche. Neuere Kameras (G6- und AI-Serie) erkennen je nach Modell auch Gesichter und Kennzeichen. Das Video wird dafür nicht in die Cloud geschickt.
  • AI Key: ein Zusatzgerät, das auch ältere Kameras aufwertet und Aufnahmen durchsuchbar macht, etwa „rotes Auto am Tor”.
  • Alarm Manager: verknüpft Ereignisse mit Aktionen – Licht an, Tür verriegeln, Push-Nachricht.
  • Beweissichere Exporte (Protect 7.2): Videoclips werden digital signiert, spätere Veränderungen sind nachweisbar.
  • 4K- und Multisensor-Kameras für große Grundstücke, dazu Türklingeln wie die G6 Entry.

Datenschutz in Spanien – die Faustregeln

Wer auf Mallorca Kameras betreibt, braucht ein sichtbares Hinweisschild („zona videovigilada”). Aufnahmen sind nach spätestens einem Monat zu löschen, sofern sie nicht für einen konkreten Vorfall gebraucht werden. Öffentliche Straße und Nachbargrundstück gehören nicht ins Bild. Gesichts- und Kennzeichenerkennung sind besonders heikel – schalte sie nur ein, wenn du einen klaren Grund hast. Das ersetzt keine Rechtsberatung, deckt aber die häufigsten Fehler ab.

UniFi Access – Türen öffnen per Karte, PIN oder Handy

UniFi Access ist die Zutrittskontrolle. Pro Tür brauchst du einen Leser außen, einen elektrischen Türöffner und einen Access Hub, der den Öffner schaltet. Für einzelne Türen gibt es mit dem Access Ultra Leser und Steuerung in einem Gerät.

So kommst du rein

  • NFC-Karte oder Schlüsselanhänger
  • PIN-Code (Leser mit Tastatur)
  • Fingerabdruck (G3 Reader Fingerprint)
  • Gesichtserkennung (G6 Pro Entry, zusammen mit Protect)
  • Handy: per UniFi-App oder mit Touch Pass direkt aus dem Apple- oder Google-Wallet, auch mit gesperrtem Handy

Die Entscheidung, ob die Tür aufgeht, trifft der Hub lokal. Fällt das Internet aus, funktionieren die Türen weiter – nur Fernverwaltung und Push-Nachrichten pausieren.

Kosten: fast alles lizenzfrei

Die Access-Software kostet nichts extra. Ausnahme ist Touch Pass: Pro Konsole sind 10 Pässe für ein Jahr gratis, danach fällt pro Nutzer eine jährliche Gebühr an. Das Öffnen per UniFi-App und per NFC-Karte bleibt kostenlos.

Wie Kameras und Türen zusammenspielen, zeigt UniFi Protect & Access – Kameras und Türzugang im selben System.

UniFi Talk – die Telefonanlage

UniFi Talk macht aus der Konsole eine Telefonanlage für Büro, Hotel oder Praxis. Seit Mitte 2024 gibt es Talk auch in Europa.

  • Eigener Telefonanbieter: Talk arbeitet mit SIP-Anbietern zusammen. Für einige gibt es fertige Vorlagen, andere lassen sich manuell eintragen.
  • Mindestens ein UniFi-Telefon ist Pflicht, weitere SIP-Telefone anderer Hersteller können dazukommen.
  • Einschränkung für unterwegs: Die UniFi-Softphone-App ist in Europa nicht verfügbar. Wer von außerhalb telefonieren will, braucht eine VPN-Verbindung.

Unsere Einschätzung: spannend für kleine Büros und Hotels, die ohnehin UniFi nutzen. Spanische SIP-Anbieter binden wir individuell an und testen vorher.

UniFi Connect – Bildschirme und E-Auto-Laden

UniFi Connect verwaltet Geräte, die nicht klassisch zum Netzwerk gehören:

  • Digital Signage: Signage-Player an normalen Bildschirmen, etwa für Speisekarten, Hotelinfos oder Wegweiser.
  • E-Auto-Ladestationen: z. B. die EV Station Lite mit bis zu 22 kW. Wer laden darf, lässt sich über NFC-Karten aus UniFi Access steuern.

UniFi Drive – der Dateiserver

UniFi Drive ist die Software für die UniFi-Netzwerkspeicher (UNAS) – vom kleinen UNAS 2 bis zum UNAS Pro 8 im Rack.

  • Freigaben für Windows, Mac und Linux (SMB/NFS)
  • Benutzer- und Rechteverwaltung
  • Backups in Cloud-Speicher wie AWS S3, Backblaze B2 oder Wasabi
  • keine Lizenzgebühren

Was brauchst du davon wirklich?

EinsatzSinnvolle Kombination
Wohnung oder kleines HausNetwork: Gateway und ein bis zwei Access Points
Finca mit Garten und NebengebäudenNetwork mit Switch und Außen-Access-Points, dazu Protect-Kameras
FerienvermietungNetwork mit getrenntem Gäste-WLAN, Access für schlüssellosen Check-in, Protect für die Zufahrt
Büro, Praxis, HotelNetwork, Protect und Access, bei Bedarf Talk und Drive

Was ein System kostet, rechnen wir in Was kostet ein UniFi-System und lohnt es sich für zuhause? durch.

Versionsstand und Sicherheit

Ubiquiti hat am 26.08.2026 mit dem Sicherheitsbulletin SAB 067 kritische Lücken in mehreren Apps geschlossen. Diese Versionen solltest du mindestens installiert haben:

AppMindestversion
UniFi Network10.5.67 (aktuell: 10.6.101)
UniFi Protect7.2.105
UniFi Access4.3.5
UniFi Talk5.3.2
UniFi Connect3.24.22

Automatische Updates für die Apps nehmen dir das ab. Bei Kundenanlagen mit JumpIT-Wartung spielen wir die Updates kontrolliert ein.

Fazit

UniFi ist ein Baukasten: Du startest mit Network und ergänzt Kameras, Türzugang, Telefonie oder Speicher, wenn du sie brauchst – ohne neues System, ohne zweite App und fast ohne laufende Kosten. Genau das macht es für Fincas, Ferienvermietung und kleine Betriebe auf Mallorca so attraktiv.

Noch Fragen?

Schreib uns direkt an info@jumpit.eu oder nutze das Terminformular. Wir beraten dich gerne individuell und vor Ort.

Siehe auch: UniFi Cloud Gateway: Wie funktioniert Fernwartung – und was passiert dabei mit deinen Daten?

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Hinweis: Bilder und Teile der Texte auf dieser Seite wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von JumpIT redaktionell geprüft.

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